Eigentlich sollte es ja eher die Leichtigkeit des Seins heißen und für die Filipinos ist es das glaube ich auch. Bei mir trifft im Moment allerdings eher die Langsamkeit des Seins zu (ich hoffe jedoch, dass ich bald die Leichtigkeit erreichen werde). Das mit der Geduld habe ich ja im ersten Post schon erwähnt. Klingt so einfach, aber ich sage Euch: es fühlt sich alles andere als einfach an!!! Vor allem dann, wenn die eh schon mühsam errungene Gedukd aufgrund von völliger Inkompetenz total überstrapaziert wird.
Was ist passiert? Das eingangs im Blog erwähnte Kommunikationsproblem hat sich leider trotz Anwesenheit vor Ort nur unwesentlich verbessert. Hintergrund ist, dass im International Office (OIP genannt) die zwei wichtigsten Personen gleichzeitig gekündigt haben: sowohl die Person, die für Inbound - also eingehende Austauschstudenten wie mich - zuständig ist als auch die Person, die für Outbound (also Filippinos, die ein Austauschsemester im Ausland machen) zuständig war. Nun gibt es zwar theoretisch einen Nachfolger für die Inbound-Person, allerdings habe ich noch nie jemanden getroffen, der dermaßen ungeeignet und inkompetent in seinem Job ist. Zu beachten sei, dass in diese Aussage wirklich schon ganz viele Boni wohlwollend eingeflossen sind, also dass er jung ist, dass er neu ist, dass er am Anfang unsicher ist, dass er nicht gut eingearbeitet wurde etc. Aber alle Aufgabenbereiche, die der liebe Ben abdecken sollte, habe ich entweder mühsam selbst organisiert, haben andere im OIP organisiert oder sie werden einfach gar nicht angegangen.
Besonders prekär sind die drei Themen Internet, Unterkunft und Kursauswahl.
Teil 1 - die Irrungen und Wirrungen bis zum Internetzugang
Unglaublich, wie abhängig man mittlerweile vom Internet ist. Vor allem fern von zu Hause ist es eigentlich die einzige praktikable Art, um mit den Daheimgebliebenen Kontakt zu halten. Darüber hinaus ist man hier aber auch davon abhängig, um angebotene Kurse der unterschiedlichen Departments herauszufinden.
Vom ersten Tag an habe ich bzw. wir, da ich gleich am Anfang Andi und Philipp von der TU München bzw. der Uni Passau kennengelernt habe, gefragt wie wir am besten ins Internet kommen. Auf die Frage nach einem Universitätsnetzwerk hat uns Ben nur mit großen Augen angeschaut (ich glaube das kannte er nicht). Auch mit den Begriffen Wlan und Wi-fi konnte er nichts anfangen. Schlussendlich haben wir versucht herauszufinden, ob es wenigstens in der Bücherei Computer mit Internetzugang wird, aber auch das wusste er nicht. Er meinte dann, das wir am nächsten Tag wieder kommen sollen, da er sich erkundigen würde. So weit so gut. Nur am nächsten Tag konnte er sich nicht erinnern, dass er sich darum kümmern wollte. Dann hat er noch gefragt, ob wir schon Onli ne nachgeschaut hätten, welche Kurse wir nehmen wollen. hmm, wie das hätte funktionieren, wo wir doch weder über Wi-fi noch sonst wie Internetzugag haben, hätte mich schon interessiert. Darauf angesprochen, war Ben ganz erstaunt und meinte nur: oh, das hätte er ja nun nicht bedacht - harhar. Netterweise meinte er dann, dass er dafür jetzt aber keine Zeit hätte und am wiederum nächsten Tag auch gar nicht im Büro wäre. Er würde allerdings einen Termin für uns vererinbaren und eine Mitarbeiterin des OIP würde uns dann am nächsten morgen zu den Uni-Technikern bringen.
Brav wie wir sind, standen wir am nächsten Tag pünktlich im Office (wobei pünktlich im Moment mit einer halben Stunde Verspätung heisst - so als Kompromiss zwischen philppinischer und deutscher Pünktlichkeit). Leider wusste niemand von dem Termin. Der nette Visum-Beauftragte Virgilio hat sich dann uns angenommen und ist mit uns zu den Technikern gestapft. Dort hat er bestimmt eine halbe Stunde mit ihnen diskutiert, aber es hieß dann nur, dass wir kein Wi-fi bekommen, bis wir nicht eine reguläre Student ID bekommen. Dafür müsste man sich allerdings registrieren und das wird bei uns Austauschstudenten erst Mitte November der Fall sein. Enttäuschung machte sich bei uns breit, aber so schnell haben wir natürlich nicht aufgegeben. Wir sind dann alleine zur Unibib gestapft, um herauszufinden, ob es dort Computer gibt und wir diese verwenden dürfen. Ist aber alles nicht so einfach, wie man meinen könnte, denn Philipp und ich sind nicht mal in die Bib hereingekommen. Der Security Guard hat uns abschätzig gemustert und uns dann mitgeteilt, dass unsere Flip-Flips in der Bücherei verboten sind. Tja, da es in Strömen regnete, aber trotzdem warm war, waren das die einzigen praktikablen und blasenfreien Schuhe. Unabhäng davon wäre ich mit meinem (kein bißchen ausgeschnittenen oder durchsichtigen) Top und meinen Shorts eh nicht rein gekommen,sind da diese nicht "züchtig" genug (das wird noch lustig hier. Ich glaube dass ich so quasi fast alle meine Klamotten, in denen ich bei dieser Hitze nicht zerfließe, offiziell nicht anziehen darf, da sie nicht in die Kategorie "appropriate" bzw. "healthy for your body and soul" fallen). Andi hatte jedoch Glück. Mit seinen Turnschuhen durfte er die heilige Bib betreten und siehe da, es war sogar möglich ohne Studenten ID ins Internet zu kommen. Angespornt ob des ersten Erfolges haben wir dann beschlossen, den Techniker nochmal einen Besuch abzustatten. Und siehe da: wir haben nicht nur ein Passwort für das WLAN des Techniker-Gebäudes, sondern auch noch die E-Mail-Adresse des Ansprechpartners für das gesamte Uni-Wlan-Netz ergattert. Zu unserer großen Freude hat der AP tatsächlich (und auch ohne Student ID) für das Netz registriert. Doch es wäre zu einfach, wenn nun schon alles geklappt hätte. denn tagsüber haben wir jetzt zwar auf dem Großteil des Campus WLAN, allerdings ist der Router im Faculty Housing kaputt, so dass es mit Skypen leider immer noch nichts wird.
So, der Akku ist leer und der Magen auch. Ab geht's in die Cafete und danach dann hoffentlich weiter mit dem nächsten Post :)
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